Aktualisiert am 11. November 2019

Wild Campen in Namibia – Möglichkeiten, Regeln, Tipps & Verbote

Wildes Campen in Namibia (also das kostenfreie Camping irgendwo am Straßenrand oder in der freien Natur ohne die Nutzung von Campingplätzen) ist in Namibia meistens verboten, teilweise nach expliziter Vorabgenehmigung erlaubt.

Aufgrund schlecht vorbereiteter, rücksichtsloser und unverantwortlicher Camper wird es über die letzten Jahre immer weniger akzeptiert und immer weniger gern gesehen.

Nur selten müssen Sie beim wilden Camping mit Kriminalität aufgrund der hohen Armut im Land rechnen. Aber jedes Jahr bringen sich wilde Camper unnötig – häufig aus Geiz & Unwissenheit – in Not und bringen dabei auch Helfer in Gefahr.

2018 war der fast tödliche Leopardenangriff auf einen Deutschen wahrscheinlich der prominenteste Fall. 2019 wurde zum Beispiel ein Österreicher von einem Elefanten zu Tode getrampelt. ( https://www.krone.at/2038478 ) Kinder von europäischen „Abenteuer-Eltern“ werden immer wieder Opfer von Schlangenbissen, Raubkatzen- oder Hyänen-Überfällen in der Wildnis Namibias und Botswanas.

Als Touristen haben wir üblicherweise kein Gespür und keinen Blick für die Risiken eines Platzes. Wir sehen nicht, ob es in der Gegend Hyänen oder Leoparden gibt, die im schlimmsten Fall schon an Menschen und deren Abfälle gewöhnt wurden. Wir sehen nicht, ob der schöne schattige Baum nachts von Elefanten besucht wird, die ein Zelt mit Leichtigkeit niedertrampeln.

Umgekehrt können Sie schon mit wenig Geld für eine offizielle Camping-Übernachtung lokalen Bewohnern eine Arbeit geben und mit Ihrem Besuch im Land gleichzeitig etwas Gutes tun. Einen sicheren Campingplatz in traumhafter Landschaft und eine komfortable Infrastruktur mit WC, Wasser und Strom erhalten Sie gleich mit dazu.

Wir empfehlen deshalb immer den Besuch von offiziellen Campingplätzen.

Falls Sie trotzdem wild campen möchten, danken wir Ihnen, wenn Sie die unten stehenden Tipps und Regeln beachten.

Falls Sie die Hinweise ignorieren, rechnen Sie bitte weder im Land noch bei uns mit offenen Ohren oder Hilfsbereitschaft.


Verbote

Verboten ist das wilde Camping in Nationalparks, staatlichen und privaten Wildreservaten. Wer hier übernachtet wird schnell der Wilderei verdächtigt.

Die unsanfte Bekanntschaft mit zivilen Wildhütern, Polizei oder Parkwächtern ist vorprogrammiert.

Achtung! Die Fläche der Wildschutzgebiete in Namibia ist riesig und nicht immer und überall durch Zäune oder Schilder erkennbar.


Tipp: Ausnahme im Nationalpark

In einigen Nationalparks, z.B. in der Region südlich von Swakopmund gibt es offizielle Campingplätze mitten in der Natur und ohne jegliche Infrastruktur. Sie benötigen hier die Erlaubnis für den mehrtägigen Aufenthalt im Nationalpark. Mit dieser Erlaubnis dürfen Sie auf diesen Campingplätzen kostenfrei übernachten.

Unseren Mietwagenkunden und Reisekunden geben wir natürlich gerne genauere Infos und Tipps zu diesen Plätzen und zahlreichen anderen Camps im ganzen Land.


Erlaubnis auf privatem und kommunalem Land

Falls Sie das Einverständnis des Besitzers bzw. der verantwortlichen Personen haben, dürfen Sie auf privatem oder kommunalem Land campen.

Je nach Situation können sich mit der Bitte um Erlaubnis tolle Bekanntschaften und Erlebnisse ergeben. Zum Beispiel in den kleinen Dörfern des Nordens können Sie hier gut um Erlaubnis fragen.

Viele Besitzer oder Verantwortliche werden allerdings nicht begeistert von Ihrer Bitte sein. Denn viele verdienen sich durch den Betrieb von offiziellen Camping-Stellplätzen ja einen kleinen Lebensunterhalt.

Häufig wird es schwer sein, den Besitzer eines Stück Landes oder die Verantwortlichen überhaupt ausfindig zu machen. Trotzdem wird man Sie fast sicher in kürzester Zeit auf dem Land entdecken und zur Rede stellen.

Sollten Sie eine Erlaubnis erhalten, gehört sich selbstverständlich etwas Interesse am Gastgeber, ein kleines Dankeschön und ein einwandfreies Hinterlassen des Campingplatzes am nächsten Morgen.


Jedermannsstreifen entlang der Straßen

Entlang der öffentlichen Straßen finden Sie auf beiden Seiten fast immer einen Streifen von einigen Metern Breite, bevor Zäune oder Felder anfangen.

Dieser Streifen gilt traditionell dem Viehtrieb und es gilt ein gewisses Jedermannsrecht. Hier dürfen Sie Ihr Zelt aufschlagen. Auch lokale Straßenarbeiter sieht man häufig auf diesem Streifen campieren.

Ob Sie extra nach Namibia reisen müssen um dann am Straßenrand zu campen, bezweifeln wir allerdings.


Verhaltensregeln beim Camping

Wenn Sie sich Ihren eigenen Platz zum Camping suchen, achten Sie bitte auf folgende Punkte:

  • Entscheiden Sie sich bereits bei Tageslicht für einen Platz. Nur so haben Sie eventuelle Risiken der Standortwahl im Blick.
  • Campieren Sie nie in den Senken von Trockenflüssen. Dies sind beliebte Wanderpfade der wilden Tiere. Außerdem sind Gewitter und Regenfälle in Namibia häufig kleinzellig und heftig. Wasser kann in Windeseile plötzlich auch in großer Entfernung reißende Flüsse bilden und Überschwemmungen verursachen.
  • Jeder Platz, der Ihnen attraktiv erscheint (schattig, schön bewachsen, grün, tolle Aussicht etc. ), ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für wilde Tiere attraktiv.
  • Achten Sie auf junge Fußspuren und Exkremente von Raubtieren oder Elefanten und unangenehme Gerüche. Meiden Sie solche Plätze.
  • Die gesamte Vegetation Namibias ist filigran. Erosion, Verwitterung und Verstoffwechselung geschehen nur sehr langsam. Alle Ihre Spuren bleiben für viele Jahre sichtbar. Verzichten Sie bitte auf alles, woran man am nächsten Tag und für viele Jahre Ihre Anwesenheit erkennen könnte.
  • Achten Sie bei Feuer darauf, dass schon kleinste Funken Namibias trockenes Buschland entzünden können. Verzichten Sie im Zweifelsfall lieber auf ein Lagerfeuer und löschen Sie jedes Feuer komplett mit Sand oder Erde ab.
  • Lassen Sie keinerlei Essen, Essensreste, Fleischknochen oder Ähnliches so liegen, dass Tiere es riechen könnten. Raubtiere werden Ihre Essensreste und Vorräte aufspüren. Sie bringen sich selbst in Gefahr und sprechen häufig das Todesurteil für die betroffenen Tiere, wenn diese später zum aggressiven Problemtier werden.

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