Medizin
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Namibia und Botswana – Impfungen, Malariaprophylaxe und weitere Gesundheitsrisiken

Für Reisen nach Namibia, Botswana und Südafrika sind Fragen zu Gesundheitsrisiken und empfohlenen Impfungen oder Prophylaxemassnahmen immer wieder ein Top-Thema.

Vorweg: Der Fachexperte ist Ihr Hausarzt oder ein Tropenmediziner

Einige Impfungen benötigen ein halbes Jahr Vorlaufzeit (z.B. Tollwut). Deshalb möchten Sie sich rechtzeitig mit Ihrem Arzt abstimmen. Die offiziellen Impfempfehlungen und Prophylaxe-Empfehlungen finden Sie:

Sehr detaillierte aktuelle Infos und Risiken finden Sie jeweils auch in den medizinischen Hinweisen des deutschen Auswärtige Amts. Schweizer EDA und Österreicher BMEIA verweisen vor allem auf Ärzte und Impfzentren.

Viele Aspekte – viele Meinungen und Überzeugungen

Die richtige individuelle Vorsorge hängt von vielen Faktoren ab:

  • Reisezeit (Trockenzeit oder Regenzeit?) und Reiseziel (feuchter Norden oder trockener Süden?)
  • Ihr Gesundheitszustand oder eventuelle Vorerkrankungen
  • Ihre persönliche Risikoakzeptanz und grundlegende Meinung gegenüber Medikamenten (lieber vorsorgen oder im Fall des Falles behandeln?)
  • Die Kostenübernahme der Krankenkassen für Prophylaxe und Behandlung

Malaria: Vorbeugen oder Symptome aufmerksam beobachten und heilen?

Malariaprophylaxe wird heiß diskutiert aufgrund der Kosten und früher häufig berichteten Nebenwirkungen für den Körper.

Die medizinisch akzeptierte Prophylaxe durch Medikamente ist übrigens keine Impfung gegen Malaria, denn es ist kein Malaria-Impfstoff in Europa zugelassen. Die Prophylaxe kann eine Infektion auch nicht vermeiden, sondern ist praktisch eine vorbeugende „Dauerbehandlung“, die gegen den Ausbruch der Krankheit schützen soll. Allerdings gibt es keinen 100%igen Schutz gegen einen Krankheitsausbruch.

Zeigen sich Symptome einer Reise-Erkrankung kann ein Bluttest sehr schnell feststellen, ob es sich überhaupt um Malaria handelt. Häufig handelt es sich um andere Krankheiten. Schnelle, korrekte Behandlung kann lebensrettend sein.  Ärzte und teilweise Apotheken in allen betroffenen Ländern, also auch in Namibia, Botswana und Südafrika sind fast immer in Reichweite, haben große Erfahrung mit diesen Krankheiten und sind daher die richtigen Ansprechpartner.

Deshalb unabhängig von einer Prophylaxe:

  • Treten Symptome im Reiseland auf: Gehen Sie unverzüglich zum nächsten Arzt oder Ärztin (teilweise auch Apotheken). Diese können Ihre Symptome und Ihr Blutbild professionell diagnostizieren und behandeln.Verzichten Sie möglichst auf eine Selbstbehandlung mit Standby-Medikamenten! Das Risiko einer Falschbehandlung ist groß!
  • Treten Symptome nach der Reise auf: Gehen Sie unverzüglich zum Arzt und weisen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin unbedingt auf Ihre Reise in ein Gebiet mit Malaria-Risiko hin, damit dieser bei den entsprechenden Symptomen einen Malaria-Test veranlasst.

Ob Sie nun eine Prophylaxe wählen, da dürfen, können und wollen wir keinerlei Empfehlungen geben. Bitte besprechen Sie dieses Thema mit Ihrem Hausarzt oder Tropenmediziner.

Insektenschutz gegen Infektionen

Der Schutz gegen Insektenstiche und Insektenbisse ist eine der besten Möglichkeiten zur Vorbeugung gegen Malaria oder andere durch Insekten übertragene Krankheiten. Ihr Infektionsrisiko können Sie damit deutlich senken.

Jederzeit mit Insekten-Schutz einreiben, einsprühen, auch für die Kleidung, jederzeit lange Kleidung sowohl tags als auch nachts, am besten zwei dünne Stofflagen (Moskitos können durch einzelne dicke Stofflagen z.B. Jeans problemlos stechen, aber fast nie durch übereinander liegende dünne Schichten), lückenlose Moskitonetze über dem Bett im Norden des Landes (hauptsächliches Übertragungsgebiet)

Alle Varianten (Sprays, Stifte und Lotionen) erhalten Sie allerdings auch in Namibia und dies häufig preiswerter als zuhaus. Der Insektenschutz muss daher nicht unbedingt auf Ihre Packliste für Namibia. Die beiden großen Marken in Namibia sind „Tabard“ und „Peaceful Sleep“. Wir mögen z.B. „Peaceful Sleep“ als Spray für den Körper und der Stift ist angenehm fürs Gesicht und schön klein für die Jacken- oder Handtasche.

Falls Sie voll ausgerüstet in den Urlaub starten möchten, hier einige Ideen für Ihre Namibia-Packliste:

Gelbfieberimpfung für Namibia: notwendig oder nicht?

Eine Gelbfieberimpfung ist nur nötig bei Einreise aus Gelbfiebergebieten. Problematisch kann also lediglich die Einreise aus Angola werden.

Sind weitere Prophylaxen oder Impfungen für Namibia nötig oder empfohlen?

Auch hier ist Ihr Arzt der richtige Ansprechpartner.

Wichtig zu wissen: Bei einer üblichen Reise durch Namibia, Botswana und Südafrika halten Sie sich immer „innerhalb der Zivilisation“ und in sehr guten hygienischen Bedingungen auf. Wasser aus den gebohrten Tiefbrunnen der Gästefarmen und Lodges wird regelmäßig getestet und kann meist unbedenklich getrunken werden. Das Leitungswasser ist an vielen Orten (Städte, Farmen und Camps) leider deutlich gechlort. Wer auf Nummer sicher gehen will oder den besseren Geschmack bevorzugt, der findet überall  und jederzeit Mineralwasser oder gereinigtes Wasser in Flaschen.

Eine übliche Ausnahme ist die Teilnahme an den einfachen Camping-Safaris in Botswanas Okavango-Delta. Ein wunderschönes und bezahlbares Erlebnis, das gleichzeitig die örtliche Bevölkerung unterstützt! (Mehr erfahren) Informieren Sie sich hier aber über das Bilharziose-Risiko und beobachten Sie Ihren Körper nach der Reise auf Symptome. (Bilharziose bei Wikipedia)

In wenigen Fällen wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mehr als die Standard-Impfungen empfehlen, die auch zuhause empfohlen oder angebracht sind (also z.B. Wundstarrkrampf, Tollwut etc.)

Aber auch hier gilt wieder: Fragen Sie bitte Ihren Hausarzt oder Tropenmediziner, der Ihre medizinische Situation kompetent einschätzen kann.

Notfallversorgung im Land, Helikoptertransporte und Heimtransporte

Bitte klären Sie mit Ihrer Krankenversicherung oder Reiseversicherung den bestehenden Schutz für Ihre Reiseländer. Häufig ist eine zusätzliche Reisekrankenversicherung für die Deckung von Behandlungen und Heimtransport zu empfehlen.

Für Notfalleinsätze empfiehlt sich aufgrund der großen Entfernungen häufig die Luftrettung per Helikopter. Bitte klären Sie auch hier unbedingt mit Ihrer Krankenversicherung oder Reiseversicherung den bestehenden Schutz für Ihre Reiseländer.

Für Namibia und Botswana gibt es zwei große Anbieter:

Hepatitis in Namibia

Hepatitis A – kommt in Namibia angeblich relativ häufig vor. Es wird sowohl von Deutschland, der Schweiz als auch Österreich häufig die Impfung empfohlen. Aussagekräftige Statistiken zu Ansteckungsfällen haben wir allerdings nicht gefunden.

Hepatitis A allgemein relevant, da es durch verunreinigtes Wasser und unhygienischen Umgang mit Lebensmitteln übertragen wird, auf fäkal-oralem Weg. Allerdings achten touristische Anbieter wie Supermärkte, Lodges, Hotels und Guides stark auf Lebensmittel-Hygiene und Wasserqualität. Wer sich im touristischen Umfeld bewegt, hat also ein deutlich niedrigeres Risiko einer Infektion.

Hepatitis B – verbleibt häufig chronisch im Körper und der Träger bleibt dauerhaft ansteckend. In Namibia schätzt die WHO reichlich 5% der Menschen als chronisch infiziert und damit ansteckend. Allerdings wird Hepatitis B vor allem durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragen, also vor allem durch romantischen Kontakt oder Geschlechtsverkehr. Daher ist es nur für relativ wenige Reisende relevant und wird fallweise empfohlen. (Quelle: WHO)

Hepatitis C – ist mit weniger als 0,5% geschätzten chronischen Trägern gering verbreitet (Quelle: WHO) . Es wird vor allem durch Blutkontakt übertragen und ist daher auf Reisen wenig relevant.

Hepatitis D – ist für fast alle Reisenden unrelevant, da es nur Menschen infizieren kann, die gleichzeitig mit Hepatitis B infiziert werden oder bereits sind. Wer gegen Hepatitis B vollständig geimpft ist, kann sich auch nicht mehr mit Hepatitis D infizieren.

Hepatitis E – ist in Namibia wie Hepatitis A eine „Schmutz- und Trinkwasserinfektion“ auf fäkal-oralem Weg. Die Verbreitung ist deutlich geringer als bei Hepatitis A. In den Jahren 2017 bis 2022 gab es in Namibia einen Ausbruch mit insgesamt ca. 8000 bestätigten Fällen über rund 5 Jahre vor allem in informellen Siedlungen der Städte ohne ausreichende Trinkwasserversorgung und Abwasserversorgung. Für Reisende in einem üblichen touristischen Umfeld war und ist das also nur sehr wenig irrelevant. Wir hatten damals dazu den ausführlichen Artikel Hepatitis-E in Namibia.

Zum Vergleich: In Deutschland geht das RKI von rund 100.000 bis 300.000 Infektionen von Hepatitis E jedes Jahr aus. Gemeldet werden davon nur sehr wenige, 2025 lediglich rund 5000 Fälle. Tendenz steigend. Quelle Wikipedia Hepatitis E . Es ist in Deutschland keine Impfung gegen Hepatitis E zugelassen. Schwangeren wird häufig von einer Reise in ein Endemiegebiet abgeraten.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß, wenn Sie durch Namibia reisen!

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