Zebras in der Etoscha-Pfanne
Aktualisiert am 12. Oktober 2017

Namibia und Botswana – Impfungen, Malariaprophylaxe, Gesundheitsrisiken

Das Thema Gesundheitsvorsorge auf Reisen nach Namibia, Botswana und Südafrika wird immer wieder heiß diskutiert.

Empfohlene und notwendige Impfungen und Risiken durch giftige Tiere sind die Top-Themen.

Für Reisen in den Norden Namibias und Reisen nach Botswana wird das Thema Malariaprophylaxe immer wieder heiß diskutiert. (Malaria bei Wikipedia)

Die offiziellen Impfempfehlungen und Prophylaxe-Empfehlungen finden Sie:

Sehr detaillierte aktuelle Infos und Risiken finden Sie jeweils auch in den medizinischen Hinweisen des deutschen Auswärtige Amts. Schweizer EDA und Österreicher BMEIA verweisen vor allem auf Ärzte und Impfzentren.

Viele Aspekte – viele Meinungen und Überzeugungen

Die richtige individuelle Vorsorge für Sie hängt von vielen Faktoren ab:

  • Reisezeit (Trockenzeit oder Regenzeit?) und Reiseziel (feuchter Norden oder trockener Süden?)
  • Ihr Gesundheitszustand oder eventuelle Vorerkrankungen
  • Ihre persönliche Risikoakzeptanz und grundlegende Meinung gegenüber Medikamenten (lieber vorsorgen oder im Fall des Falles behandeln?)
  • Die Kostenübernahme der Krankenkassen für Prophylaxe und Behandlung

Der einzig zulässige Fachexperte bleibt Ihr Hausarzt oder besser noch ein Tropenmediziner.

Einige Impfungen benötigen ein halbes Jahr Vorlaufzeit. Deshalb möchten Sie sich rechtzeitig mit Ihrem Arzt abstimmen. Auf Anfrage senden wir Ihnen gern den Kontakt zu einem Tropenmediziner oder Arzt mit Namibia-Erfahrung in Ihrer Nähe.

Malaria: Vorbeugen oder Symptome aufmerksam beobachten und heilen?

Malariaprophylaxe ist am heißesten diskutiert aufgrund der Kosten, häufig berichteten Nebenwirkungen und Belastungen für Ihren Körper.

In Windhoek (und natürlich auch bei der Suche im Internet) findet man das Angebot einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gegen einen Ausbruch der Krankheit. Allerdings warnt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft ausdrücklich vor einer homöopathischen Prophylaxe. (Quelle)

Die medizinisch akzeptierte Prophylaxe durch Medikamente ist übrigens keine Impfung gegen Malaria, denn es existiert kein Malaria-Impfstoff. Die Prophylaxe kann eine Infektion auch nicht vermeiden, sondern ist praktisch eine vorbeugende „Dauerbehandlung“, die gegen den Ausbruch der Krankheit schützen soll. Allerdings gibt es keinen 100%igen Schutz gegen einen Krankheitsausbruch.

Zeigen sich Symptome einer Reise-Erkrankung kann ein Bluttest sehr schnell feststellen, ob es sich überhaupt um Malaria handelt. Häufig handelt es sich um andere Krankheiten. Schnelle, korrekte Behandlung kann lebensrettend sein.  Ärzte und teilweise Apotheken in allen betroffenen Ländern, also auch in Namibia, Botswana und Südafrika sind fast immer in Reichweite, haben große Erfahrung mit diesen Krankheiten und sind daher die richtigen Ansprechpartner.

Deshalb unabhängig von einer Prophylaxe:

  • Treten Symptome im Reiseland auf: Gehen Sie unverzüglich zum nächsten Arzt oder Ärztin (teilweise auch Apotheken). Diese können Ihre Symptome und Ihr Blutbild professionell diagnostizieren und behandeln.Verzichten Sie möglichst auf eine Selbstbehandlung mit Standby-Medikamenten! Das Risiko einer Falschbehandlung ist groß!
  • Treten Symptome nach der Reise auf: Gehen Sie unverzüglich zum Arzt und weisen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin unbedingt auf Ihre Reise in ein Gebiet mit Malaria-Risiko hin, damit dieser bei den entsprechenden Symptomen einen Malaria-Test veranlasst.

Ob Sie nun eine Prophylaxe wählen, da dürfen, können und wollen wir keinerlei Empfehlungen geben. Bitte besprechen Sie dieses Thema mit Ihrem Hausarzt oder Tropenmediziner.

Wirksamer Insektenschutz gegen Infektionen

Ein wirksamer Schutz gegen Infektion von Malaria und anderen Krankheiten ist der Schutz gegen Moskitostiche: Jederzeit mit Insekten-Schutz einreiben, einsprühen, auch für die Kleidung, jederzeit lange Kleidung sowohl tags als auch nachts, am besten zwei dünne Stofflagen (Moskitos können durch einzelne dicke Stofflagen z.B. Jeans problemlos stechen, aber fast nie durch übereinander liegende dünne Schichten), lückenlose Moskitonetze über dem Bett im Norden des Landes (hauptsächliches Übertragungsgebiet)

Alle Varianten (Sprays, Stifte und Lotionen) erhalten Sie allerdings auch in Namibia und dies häufig preiswerter als zuhaus. Der Insektenschutz muss daher nicht unbedingt auf Ihre Packliste für Namibia. Die beiden großen Marken in Namibia sind „Tabard“ und „Peaceful Sleep“. Wir mögen z.B. „Peaceful Sleep“ als Spray für den Körper und der Stift ist angenehm fürs Gesicht und schön klein für die Jacken- oder Handtasche.

Falls Sie voll ausgerüstet in den Urlaub starten möchten, hier einige Ideen für Ihre Namibia-Packliste:

Gelbfieberimpfung für Namibia: notwendig oder nicht?

Ein übliches Thema für Namibia-Reisen ist die Gelbfieberimpfung:

Eine Gelbfieberimpfung ist nur nötig bei Einreise aus Gelbfiebergebieten. Eine jährlich gepflegte Liste zu den Ländern mit Einreiseregelungen stellt die WHO zur Verfügung.
Liste Stand 16.Februar 2017: Aktuell ist die Einreise mit Direktflug aus Deutschland und die Einreise via Südafrika oder Vic-Falls also unproblematisch. Problematisch könnte die Einreise mit dem üblichen Stop-Over-Flug über Addis Abeba (Ethiopian) oder Luanda (KLM) werden.

Achtung: Einige weitere afrikanische Staaten an der Flugroute von Deutschland nach Namibia sind Gelbfiebergebiete. Sollte Ihr Flugzeug (egal ob geplant oder ungeplant) dort zwischenlanden, dann müssen Sie diese Impfung in Namibia vorweisen oder kommen für die ersten Tage Ihres Urlaubs in Quarantäne. Häufig auch wenn Sie das Flugzeug im Gelbfiebergebiet gar nicht verlassen haben!

Sollte aus Sicht Ihres Arztes nichts dagegen sprechen, empfehlen wir deshalb die Gelbfieberimpfung.

Sind weitere Prophylaxen oder Impfungen für Namibia nötig oder empfohlen?

Auch hier ist Ihr Arzt der richtige Ansprechpartner.

Wichtig zu wissen: Bei einer üblichen Reise durch Namibia, Botswana und Südafrika halten Sie sich immer „innerhalb der Zivilisation“ und in sehr guten hygienischen Bedingungen auf. Wasser aus den gebohrten Tiefbrunnen der Gästefarmen und Lodges wird regelmäßig getestet und kann meist unbedenklich getrunken werden. Das Leitungswasser ist an vielen Orten (Städte, Farmen und Camps) leider deutlich gechlort. Wer auf Nummer sicher gehen will oder den besseren Geschmack bevorzugt, der findet überall  und jederzeit Mineralwasser oder gereinigtes Wasser in Flaschen.

Eine übliche Ausnahme ist die Teilnahme an den einfachen Camping-Safaris in Botswanas Okavango-Delta. Ein wunderschönes und bezahlbares Erlebnis, das gleichzeitig die örtliche Bevölkerung unterstützt! (Mehr erfahren) Informieren Sie sich hier aber über das Bilharziose-Risiko und beobachten Sie Ihren Körper nach der Reise auf Symptome. (Bilharziose bei Wikipedia)

In wenigen Fällen wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mehr als die Standard-Impfungen empfehlen, die auch zuhause empfohlen oder angebracht sind (also z.B. Wundstarrkrampf, Tollwut etc.)

Aber auch hier gilt wieder: Fragen Sie bitte Ihren Hausarzt oder Tropenmediziner, der Ihre medizinische Situation kompetent einschätzen kann.

Notfallversorgung im Land, Helikoptertransporte und Heimtransporte

Bitte klären Sie mit Ihrer Krankenversicherung oder Reiseversicherung den bestehenden Schutz für Ihre Reiseländer. Häufig ist eine zusätzliche Reisekrankenversicherung für die Deckung von Behandlungen und Heimtransport zu empfehlen.

Für Notfalleinsätze empfiehlt sich aufgrund der großen Entfernungen häufig die Luftrettung per Helikopter. Bitte klären Sie auch hier unbedingt mit Ihrer Krankenversicherung oder Reiseversicherung den bestehenden Schutz für Ihre Reiseländer. Für Namibia und Botswana gibt es zwei Anbieter, bei denen Sie analog dem deutschen ADAC oder der Schweizer REGA eine „Versicherung“ für Luftrettung abschließen können:

Wir wünschen Ihnen viel Spaß, wenn Sie durch Namibia reisen!

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